Kompendium

Hier veröffentliche ich gelegentlich Artikel aus meinem Bibelstudium, die der Definition von Begriffen und Themen meines theologischen Verständnisses dienen.

Der Bund im Lande Moab (Deut 28-30)

(leicht überarbeitet aus dem EBÖ Scriptum Einführung in das Alte Testament)
In den beiden Kapiteln wird nun ein neuer Bund formuliert, den es so am Sinai noch nicht gegeben hat (28:69).

Dies sind die Worte des Bundes, von dem der HERR dem Mose gebot, ihn mit den Kindern Israels zu schließen im Land Moab — außer (zusätzlich) dem Bund, den er mit ihnen am Horeb geschlossen hatte

Dieser moabitische Bund, den Gott mit Israel geschlossen hat ist heute den meisten unbekannt. Man kennt nur den Sinaibund. Der beinhaltet die Übergabe des Gesetzes und die Verpflichtung Israels es zu halten. Israel hätte auch NEIN sagen können, wenn es denn die Einsicht seiner Sündhaftigkeit schon gehabt hätte. Aber sowohl die gewählten Ältesten, als auch die ganze Versammlung dieses jungen Volkes sagte in ihrer Selbstüberschätzung von ganzem Herzen JA zum Gesetz, als es ihnen verkündigt wurde und als sie es, nachdem es niedergeschrieben war, vorgelesen bekamen. Damit begann die Geschichte des erwählten Gottesvolkes in Realität, davor war sie nur eine virtuelle Vision die Gott Abraham gegeben und dem Moses ins Gedächtnis gerufen hatte.

Doch etwas wurde am Sinai nicht festgelegt, nämlich was geschehen würde, wenn das Volk den Bund brechen sollte. Nun war ja auf dem Weg bis an den Jordan, vor die Tore des kanaanitischen Kernlandes, klar geworden, dass Israel eine Schwäche hatte. Moses nennt das Problem beim Namen:

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Wie definiert man Liebe?

In meinem Ehevorbereitungskurs, den ich wieder einmal für ein verlobtes Paar halten durfte, habe ich eine Definition von Liebe versucht, die ich hier auch veröffentlichen möchte.

Wir definieren Liebe ja meist als ein Gefühl. Doch Liebe ist so vielschichtig, dass das doch eine sehr arge Verkürzung ist, die leider von den Medien immer wieder so verbreitet ist.

Liebe zu definieren ist daher nicht so einfach. Die Griechen hatten es da viel einfacher, weil sie dafür drei Wörter zur Verfügung hatten und nicht nur eines wie wir heute in vielen Sprachen.

Andererseits aber hat auch das hebräisch dafür nur ein Wort, es ist also auch nicht von der Hand zu weisen, dass alles doch zusammen gehört und alle drei Bereiche bedeutsam sind für ein menschliches Leben.

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Jerusalem versus Babylon bei Jesaja

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus meinem Skriptum »Jesaja, die Sprache der Propheten«. Das ganze Skript kann gegen eine Schutzgebühr von 5 Euro bestellt werden.

Jerusalem und Babylon – Die Geschichte beider Städte

Jerusalem ist die am häufigsten erwähnte Stadt der Bibel (771 mal). An zweiter Stelle steht Babylon (259 mal, im AT nur Babel genannt). Wenn wir die Geschichte dieser beiden Städte betrachten, dann wird uns bald klar, dass diese in einer geistlichen Konkurrenz zueinander stehen.

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Israels Zukunft

Der entscheidende Bund für Israels Zukunft war der Moabitische Bund, den Gott mit Israel im Lande Moab geschlossen hat, bevor dieses in das Land Kanaan einzog. Es war das letzte was Moses noch leitete. Dieser Bund wird ausdrücklich als ZUSATZ zum Sinaibund bezeichnet und nicht als Wiederholung.

5.Mose 28:69 Dies sind die Worte des Bundes, von dem der Herr dem Mose gebot, ihn mit den Kindern Israels zu schließen im Land Moab — außer dem Bund, den er mit ihnen am Horeb geschlossen hatte.

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Die Entrückung und Daniels fehlende Jahrwoche

 
Nachdem mein Buch »Die Dämonen der Moderne« nun seit einiger Zeit auf dem Markt ist, stelle ich fest, dass es viele nicht lesen, oder nach kurzem Einblick wieder weglegen. Gläubige Menschen, die es eigentlich interessieren müsste. Natürlich habe ich mir die Frage gestellt, warum das so ist. Dabei sind mir zwei Reaktionen aufgefallen, die durchaus einander bedingen.
 
Die erste Gruppe möchte ich als »dogmatische Dispensationalisten« bezeichnen, die von der traditionellen Vorstellung eines fixen Schemas geleitet sind das folgendermaßen aussieht: 1. Entrückung der Gemeinde, was das Ende des Zeitalters der Gemeinde darstellt. 2. Ablauf der Ereignisse der Offenbarung innerhalb von sieben Jahren. Wobei dreieinhalb Jahren meistens den Siegeln und dreieinhalb Jahre den Posaunen zugeordnet werden. Diese Vorstellung stammt aus dem Darbismus und wurde von wichtigen evangelikalen Theologen wie Scoffield, Fruchtenbaum und Mc Arthur vertreten. Von Tim La Haye und einigen anderen populären Autoren wurde diese Theologie breitgetreten, bis zur phantasievollen Ausschmückung der dramatischen Ereignisse dieser sieben Jahre nach der Entrückung, einige Verlage haben damit gute Geschäfte gemacht.

Weiterlesen: Entrückung und Daniels Jahrwoche

Moses, Begründer des Prophetentums

Wer ist ein Prophet und wer nicht? Dieses Frage ist immer aktuell, wenn sich Menschen als solche ausgeben. Auch wenn es schon vor Moses Propheten gab, so war er doch der erste, der einen klare Legitimation von Gott hatte und der klar als Vorbild für künftige Propheten genannt wurde. An ihm müssen sich alle Propheten messen lassen. Es ist wichtig, gerade heute, wo wieder Menschen aufstehen und behaupten Propheten zu sein, zu begreifen, wer ein Prophet des HERRN ist und wer sich dieses Amt nur anmaßt.

Das Thema des Mittlers wird im Deut. Kap. 18:9-22 aufgegriffen. Die Zeit des Moses geht ja zu
Ende und so ist die Zusicherung höchst aktuell:

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Der prophetische Tag des Herrn

Die ältesten der schreibenden Propheten, Obdaja und Joel, führten den Begriff »Tag des HERRN« ein, den Franz Delitzsch (The Pentateuch) »das Schlagwort der Prophetie« nennt. Zwar finden wir bereits früher Anspielungen darauf (Ps 9,9; 96,13, 98,9) und Bezugnahmen über beide Testamente verteilt, doch am häufigsten begegnet uns der Begriff bei acht der schreibenden Propheten (also jedem zweiten; siehe unten). Dazu sind mehrere Anmerkungen am Platz:

Weiterlesen: Der Tag des Herrn

Das prophetische Gesamtwerk der Heiligen Schrift

Es ist schwer, die Propheten zu verstehen, wenn man nicht über die eschatologische Gesamtschau verfügt, mit der man sich in der Landschaft zurechtfindet, wie mit einer Landkarte. Eine solche gibt uns die Bibel aber trotz der Vielzahl an konkreten Offenbarungen nicht. Es ist daher immer wieder davon gesprochen worden, dass die prophetische Perspektive der Geschichte der Betrachtung einer Gebirgslandschaft gleicht. Man sieht die Höhen, aber nicht die Täler und man kann vor allem nicht abschätzen, wie groß die Ausdehnung der Täler ist, wieviel Zeit also von einem Höhepunkt zum anderen zu veranschlagen ist.

Weiterlesen: Das prophetische Gesamtwerk

Einleitung in die Prophetischen Bücher

(Auszug aus Einführung in das alte Testament, EBÖ Skriptum ©J.Schoor)

Wenn das Alte Testament bei Buch Esther enden würde, dann könnte man durchaus die Vorstellung aufrecht erhalten, dass Israel keine Zukunft mehr hätte. Es wäre ausreichend begründet, warum das Volk scheiterte und in den Berichten vom Ende des davidischen Königreiches, das auch nach der babylonischen Gefangenschaft trotz Tempelbaues nicht mehr aufgerichtet werden konnte, wäre bewiesen, dass das Volk das Heil verwirkt hatte, das ihm in der Erfüllung des Mosebundes versprochen worden war.

Weiterlesen: Die 17 prophetischen Bücher der Bibel

Die »Große Trübsal« in der Johannesoffenbarung

Zu einem viel gebrauchten Begriff in der Eschatologie ist die »Große Trübsal« geworden. Manche Ausleger machen ihn zum Dreh- Dreh und Angelpunkt Ihrer Eschatologie. Hat sie wirklich diese Bedeutung, oder hat sich in diese Theologie ein Mythos eingeschlichen? Ich möchte versuchen, dieser Frage hier nachzugehen

Der Ursprung des Themas ist Dan. 12:1:

Weiterlesen: Die große Trübsal in der Johannesoffenbarung

Biblische Prophetie

In nachfolgendem Dokument finden Sie eine Darstellung meines Verständnisses über biblische Prophetie wie ich sie in Predigt und Lehrdienst vermittelt habe. Das Dokument darf nur unverändert und kostenlos weitergegeben werden. Wer das Originaldokument möchte, aus dem diese Auszüge stammen, kann es gerne anfordern.

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Was hat der Schöpfungsbericht mit Eschatologie zu tun?

Maoi Skulpturen auf der Osterinsel.

Gestern kam mir diese Frage, als ich in einer Doku über Inseln und ihr Ökosystem auch von den Osterinseln hörte. Es gibt zwei Theorien über den Untergang dieser Hochzivilisation, die es vollbracht hatte, die gesamte Küste dieser Inseln mit diesen mysteriösen Steinfiguren zu versehen, die heute so viele Touristen anlocken und damit das Überleben des Restes der Bevölkerung sichern. (Bild: Maoi Skulpturen auf der Osterinsel/WikimediaCommons)


Die eine sagt es wäre der Mensch gewesen, der in seinem Wahn den einst sehr üppigen Wald der Insel abholzte und so zur Bodenerosion und Unfruchtbarkeit der Insel beitrug (Verkarstung). Das Holz wurde hauptsächlich dafür gebraucht, diese Götzenstatuen zu schaffen und zu transportieren. Eine andere Theorie aber besagt, dass erst die Ratten, die im Zuge der neuzeitlichen Seefahrt auf die Insel gelangten, so überhand nahmen, dass sie die Samen der Bäume fraßen, noch bevor neue Bäume entstehen konnten. Beide Theorien aber zeigen doch eines: es gibt überall auf der Welt ökologische Nischen, die zerstört werden können, ob von Menschen oder von Tieren.

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Das Stückwerk und das Vollkommene in 1. Kor. 13

Was ist Stückwerk?

Es überrascht uns, dass nach 1. Kor. 13:8 die Gnadengaben Weissagung und Erkenntnis ihre Bedeutung verlieren werden. Wie ist das zu verstehen? Sind wir denn nicht stolz auf unsere Erkenntnis und tauschen sie aus, geben sie weiter. Sie ist es sogar, die uns zur Anbetung animiert, wie wollen wir einen Gott anbeten, den wir nicht zuvor erkannt haben? Paulus sagt es uns: weil unsere Erkenntnis Stückwerk ist, deshalb wird sie ihre Bedeutung verlieren! Die Betonung liegt auf unsere. UNSERE Erkenntnis ist Stückwerk. Weissagung und Erkenntnis wird zusammengefügt wie ein Puzzle zu einem Bild, das wir nur nach und nach in Vollständigkeit erkennen können. Wenn aber das Bild ganz fertig ist, wenn der letzte Stein eingefügt ist, dann haben wir das Vollkommene vor uns und das Suchen und Forschen nach dem Einzelnen, dem fehlenden Stück, wird zu Ende sein.

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