Es ist für deutsche Christen heute offensichtlich nicht so leicht Stellung zu beziehen. Die Polarisierung geht nicht nur quer durch die Gesellschaft, sondern offensichtlich auch durch die Gemeinden.

Wenn ich als Österreicher die Situation in Deutschland richtig einschätze, dann ergibt sich mir folgendes Bild. Die Politik und die kulturelle Gesellschaft ist bemüht, in ihrem Kampf gegen den Terrorismus, der zur Zeit vor allem von den radikalen Moslems ausgeht, die liberalen Moslems als Verbündete zu gewinnen. Das erscheint mir nicht nur legitim, sondern auch ein gangbarer Weg. Denn es ist doch so, dass so wie bei uns im liberalen Christentum kaum jemand eine Ahnung hat, was das Christentum in seinem Kern wirklich ist und lehrt, so auch im Islam, der Liberalismus wohl die meisten Moslems neutralisiert hat und diese Moslems keinesfalls einen Dschihad befürworten.

In Deutschland sind 5% der Bevölkerung Moslems. Zu erwarten, dass diese deutschen Staatsbürger Christen werden, oder wieder auswandern ist unrealistisch. Auch wird ihre Zahl nach den demografischen Statistiken mit großer Wahrscheinlichkeit noch ansteigen und somit wird diese Bevölkerungsgruppe an Bedeutung gewinnen. Das ist ein unumkehrbares Faktotum. Wenn wir das nicht wollten, hätten wir das schon viel früher stoppen müssen, nun ist es zu spät. Also hat die Politik kein anderes Mittel, als den liberalen Islam zu hofieren und zu bestärken. Den Islam insgesamt zu bekämpfen wäre insofern kontraproduktiv, als sich dann bei den Moslems eine Bunkermentalität entwickelt, die bekanntermaßen immer die radikalen Kräfte fördert. Das ist es ja geradezu, was die Terroristen bezwecken. Wenn nun PEGIDA und andere Bewegungen die Strategie der Politiker unterlaufen, indem sie eine radikale Haltung gegenüber dem Islam fordern, werden andere Politiker an die Macht kommen, die tatsächlich auf Konfrontation gehen und damit auch die liberalen Moslems in die Arme der Radikalen treiben. Deshalb könnte ich PEGIDA nicht befürworten, selbst dann nicht, wenn einige ihrer Forderungen akzeptabel sind.

Weiters glaube ich auch, dass PEGIDA eine lokale Bewegung ist, die sich falsch positioniert hat. Was wollen denn die Sachsen aus der ehemaligen DDR? Sie wollen dass sich die Situation bei ihnen nicht so entwickelt, wie im westlichen Deutschland. Sie, die noch weitgehend unter sich sind, wollen das auch bleiben. Die Strategie aber, deswegen gleich eine Patriotische Front der Europäer auszurufen ist maßlos überzogen und muss scheitern. Sie hätten ihr Anliegen auch anders und geschickter vorbringen können und wären damit vielleicht sogar erfolgreich gewesen. So aber spalten sie Deutschland und unterlaufen die Strategie ihrer Regierung. Das halte ich für bedenklich.

Die Islamisierung Europas ist bereits erfolgt und unumkehrbar. Europa ist nicht mehr christlich, sondern multireligiös. Das wieder rückgängig zu machen ist nicht ohne Revolution möglich und die würde ganz bestimmt nicht friedlich sein. Für uns als echte Nachfolger Jesu ist es wichtig uns nicht in einen Kampf zu beteiligen, der nicht der unsere ist. Mir fällt dazu ein Bibelwort ein: 1. Tim. 5:22 »Die Hände lege niemand schnell auf, mache dich auch nicht fremder Sünden teilhaftig; bewahre dich selbst rein!« Ich denke das Handauflegen kann man auch so deuten dass man sich nicht so schnell mit jemand oder etwas identifizieren soll. Wenn das innerhalb der Gemeinde gültig ist, dann wohl um so mehr außerhalb der Gemeinde.

Meine Erkenntnis aus dem prophetischen Wort sagt mir, dass es einen Schulterschluss aller liberalen Kräfte geben wird (Religionen mit einbezogen). Nicht weil man damit uns den Nachfolgern Jesu schaden will, sondern weil die Welt sich nun mal entschlossen hat, darauf zu vertrauen, davon ihr Heil zu erwarten. Diesen Kelch, den sie in die Hand genommen haben, werden sie nun auch bis zur Neige trinken müssen um zu erkennen, dass sie einem Trugschluss erlegen sind. Wir können das nicht verhindern. Sicher aber müssen wir vor dem Ende warnen und den Menschen sagen, dass sie im Materialismus kein Heil finden können. Der Liberalismus baut nämlich ebenso auf den Materialismus auf wie alle anderen modernen Ideologien und das ist seine Achillesferse. Er wird scheitern, auch wenn er sich die Spirituellen Kräfte der Welt zu nutze machen will, worum er sich derzeit sehr bemüht. Denn die moderne Spiritualität baut ebenfalls auf den Materialismus auf, indem sie das Heil in sinnlichen Erfahrungen sucht, die wieder nur an materiellen Fetischen hängen und keinen Bezug zu Wahrheit und Ewigkeit haben. Der Weg ist vorgezeichnet und wir sollten uns der Entwicklung nicht in den Weg stellen, um nicht von ihr überrollt zu werden. Besser ist es abseits zu stehen und nur zu warnen. Einzelne werden die Warnung immer verstehen und sich dem einzigen reinen Evangelium zuwenden, wenn wir uns nicht mit ihnen vermischt haben, auch nicht aus einer patriotischen Gesinnung heraus, denn unsere einzige Heimat ist im Himmel.

Wenn wir uns aber mit ihnen verbünden, dann sollte uns die Warnung Jesu vor Augen stehen, dann ist das nämlich auch unser Schicksal: Math. 7:6 »Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht vor die Säue, damit diese sie nicht mit ihren Füßen zertreten und [jene] sich nicht umwenden und euch zerreißen.

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