Kapitel 1

(1:1-2) Offenbarung Jesu Christi, die Gott ihm gegeben hat, um seinen Knechten zu zeigen, was rasch geschehen soll; und er hat sie bekanntgemacht und durch seinen Engel seinem Knecht Johannes gesandt,der das Wort Gottes und das Zeugnis Jesu Christi bezeugt hat und alles, was er sah.

Die Offenbarung stammt von Gott. Sie wurde Jesus Christus gegeben, dieser gab sie Johannes durch einen Engel. Die eigentlichen Empfänger aber sind

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(1:3) Glückselig ist, der die Worte der Weissagung liest, und die sie hören und bewahren, was darin geschrieben steht! Denn die Zeit ist nahe.

Aus den ersten beiden Versen ergibt sich auch die Aussage in Vers 3 folgerichtig, nämlich dass von dem Lesen und Hören eine eigene Seligkeit (= eine seelisch-geistliche Befriedigung) ausgeht.

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(1:4) Johannes an die sieben Gemeinden, die in Asia sind: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der ist und der war und der kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind.

Asia, die einstige Wirkungsstätte des Apostel Paulus durch den wohl direkt oder indirekt die meisten Gemeinden in Kleinasien der heutigen Türkei, entstanden waren, war in dieser Zeit sehr beeinflusst durch das Wirken des Johannes,

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(1:5)  und von Jesus Christus, dem treuen Zeugen, dem Erstgeborenen aus den Toten und dem Fürsten über die Könige der Erde. Ihm, der uns geliebt hat und uns von unseren Sünden gewaschen hat durch sein Blut

Wer ist nun der, von dem Gnade und Friede kommen? In V 4 lasen wir noch, dass er der ist, »der ist, der war und der kommt«. Eigentlich ist das die Umschreibung des Names Jahwe,

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(1:6) und uns zu Königen und Priestern gemacht hat für seinen Gott und Vater — Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Aber die Größe seiner Gnade und seine Liebe von der im 5. Vers die Rede war, mit der er uns erlöst hat, erspart uns nicht nur die ewige Verdammnis, sondern sie geht weit darüber hinaus,

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(1:7) Siehe, er kommt mit den Wolken, und jedes Auge wird ihn sehen, auch die, welche ihn durchstochen haben; und es werden sich seinetwegen an die Brust schlagen alle Geschlechter der Erde! Ja, Amen.

 

Es muss ja nicht mehr gesagt werden, dass dies ein Buch der Zukunft ist. Aber was gesagt werden muss ist: »dass er in den Wolken kommt.« Was heißt das?

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(1:8) Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende, spricht der Herr, der ist und der war und der kommt, der Allmächtige.

Gott ist das A und das O, das heißt Alpha der Erste und Omega der Letzte, nach den Buchstabe des griechischen Alphabets. Im Altertum hatten die Alphabete auch die Aufzählfunktion,

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(1:9) Ich, Johannes, der ich auch euer Bruder bin und mit euch Anteil habe an der Bedrängnis und am Reich und am standhaften Ausharren Jesu Christi, war auf der Insel, die Patmos genannt wird, um des Wortes Gottes und um des Zeugnisses Jesu Christi willen.

Johannes unser Mitbruder - so stellt er sich dar, nicht als Apostel, Prophet, oder sonst etwas, obwohl er alle Ursache dafür gehabt hätte, sich auf eine autoritative Funktion zu berufen. Nein, Johannes stellt sich auf eine Ebene mit denen für die er schreibt, die für das Reich Gottes auf Erden in Bedrängnis geraten sind, wie er auch.

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(1:10) Ich war im Geist am Tag des Herrn, und ich hörte hinter mir eine gewaltige Stimme, wie von einer Posaune

Als letztes lasen wir in V 9, dass Johannes auf Patmos war, einer kahlen kleinen unwirtlichen Insel, er der alte Mann. Doch es war nicht entscheidend, wo er sich dem Fleisch (Leib) nach befand.

 

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(1:11) die sprach: Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte! und: Was du siehst, das schreibe in ein Buch und sende es den Gemeinden, die in Asia sind: nach Ephesus und nach Smyrna und nach Pergamus und nach Thyatira und nach Sardes und nach Philadelphia und nach Laodizea!

Wenn er also, wie wir in V8 gesehen haben, der Erste und der Letzte ist, dann kann seine Bedeutung für alles Seiende, das sich dazwischen bewegt, nicht hoch genug eingeschätzt werden.

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(1:12) Und ich wandte mich um und wollte nach der Stimme sehen, die mit mir redete; und als ich mich umwandte, da sah ich sieben goldene Leuchter

Sieben Gemeinden wurden uns genannt und diese werden als sieben goldenen Leuchter dargestellt. Ein Leuchter ist ein Lichtträger. Dies ist ein Hinweis darauf,

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(1:13) und mitten unter den sieben Leuchtern Einen, der einem Sohn des Menschen glich, bekleidet mit einem Gewand, das bis zu den Füßen reichte, und um die Brust gegürtet mit einem goldenen Gürtel

Hier haben wir nun denjenigen, der die Einheit des geistlichen Volkes Gottes, der Gemeinde garantiert. Es ist der Herr der Gemeinde,

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(1:14) Sein Haupt aber und seine Haare waren weiß, wie weiße Wolle, wie Schnee; und seine Augen waren wie eine Feuerflamme,

In Spr. 16:31 lesen wir: »Graue Haare sind eine Krone der Ehre; sie wird erlangt auf dem Weg der Gerechtigkeit.« Doch hier haben wir eine Steigerung, das Haar des Einen den Johannes sieht, ist weiß wie Schnee. Was kann wohl weißer sein als blendender frisch gefallener Schnee im Sonnenlicht. Er ist nicht nur gerecht, er ist eben DER GERECHTE.

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(1:15) und seine Füße wie schimmerndes Erz, als glühten sie im Ofen, und seine Stimme wie das Rauschen vieler Wasser.

Die Erscheinung des Christus, des Menschensohnes in diesem Text als Priesterkönig hat seine kriegerische Komponente in den glühenden metallenen Füßen. Diese symbolisieren, dass er Land in Besitz nimmt. Die Füße sind ein Zeichen der Macht – vom Sieger der seinen Fuß auf den am Boden liegenden Besiegten setzt.

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(1:16) Und er hatte in seiner rechten Hand sieben Sterne, und aus seinem Mund ging ein scharfes, zweischneidiges Schwert hervor; und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne in ihrer Kraft.

Von den sieben Sternen in der Hand des Menschensohnes wird uns in V 20 gesagt, dass es Engel sind. Dabei müssen wir wissen dass das Wort Engel im griech. einfach nur Bote bedeutet. Wir wissen also zunächst nicht, ob es sich um Menschen handelt, oder um wirkliche Engel. Die Vermutung liegt aber Nahe,

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(1:17) Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen nieder wie tot. Und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte

Selbst Johannes der Apostel des Herrn, der Jesus besonders nahe stand, wie wir aus den Evangelien wissen, fiel wie tot zu Boden, als er den Verherrlichten Christus sah. Doch dieser tritt persönlich an ihn heran und legt seine rechte Hand auf ihn und sagt zu ihm:

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(1:18) und der Lebende; und ich war tot, und siehe, ich lebe von Ewigkeit zu Ewigkeit, Amen! Und ich habe die Schlüssel des Totenreiches und des Todes.

»Fürchte Dich nicht, ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige ...« lautet der ganze Satz, der hier etwas unglücklich durch die Verseinteilung getrennt ist. Jesus steht als der Lebendige vor Johannes. Vergessen wir nicht,

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(1:19) Schreibe, was du gesehen hast, und was ist, und was nach diesem geschehen soll:

Dieser scheinbar so harmlose Vers bildet das wichtigste Kriterium für die Auslegung der Offenbarung. Er teilt diese, zusammen mit Vers 4:1 (»steig hier herauf, und ich will dir zeigen was nach diesem geschehen soll!« SL2000) in zwei Teile und bestimmt damit den chronologischen Charakter der Offenbarung.

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(1:20) das Geheimnis der sieben Sterne, die du in meiner Rechten gesehen hast, und der sieben goldenen Leuchter. Die sieben Sterne sind Engel der sieben Gemeinden, und die sieben Leuchter, die du gesehen hast, sind die sieben Gemeinden.

Der letzte Vers des 1. Kapitels klärt einfach nur auf, über die Bedeutung der beiden wichtigsten Symbole des Textes, was ich in der Auslegung bereits vorweggenommen habe. Die sieben Sterne und die sieben Leuchter gehören zusammen sie haben etwas mit der Ortsgemeinde zu tun.

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