Kapitel 2

(2:1) Dem Engel der Gemeinde von Ephesus schreibe: Das sagt, der die sieben Sterne in seiner Rechten hält, der inmitten der sieben goldenen Leuchter wandelt:

Ephesus ist die erste der sieben Gemeinden die erwähnt wird. Das mag auch dadurch begründet sein, dass Ephesus die bedeutendste Stadt in der Region war.

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(2:2) Ich kenne deine Werke und deine Bemühung und dein standhaftes Ausharren, und dass du die Bösen nicht ertragen kannst; und du hast die geprüft, die behaupten, sie seien Apostel und sind es nicht, und hast sie als Lügner erkannt;

Die Grundlage der guten Lehre durch den Apostel Paulus spiegelt sich im Schicksal der Gemeinde wieder. Sie leistete Widerstand gegen die falschen Apostel, weil sie die richtigen noch so gut in Erinnerung hatte. Sowohl die Apostelgeschichte als auch der Epheserbrief

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(2:3) und du hast [Schweres] ertragen und hast standhaftes Ausharren, und um meines Namens willen hast du gearbeitet und bist nicht müde geworden.

Klar dass diese Standhaftigkeit keine leichte Angelegenheit war. Wie es ist, eine längere Zeit einem Druck entgegenzuwirken und immer unter diesem zu leiden, weiß nur der, der es selber erlebt hat. Dabei muss nicht unbedingt schon körperliches Leid eine Rolle spielen.

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(2:4) Aber ich habe gegen dich, dass du deine erste Liebe verlassen hast.

Um so mehr trifft die Kritik Jesu die Gemeinde wie ein Hammerschlag. »Ich habe gegen Dich, dass du die erste Liebe verlassen hast.« Die Frage stellt sich, gibt es einen Zusammenhang zwischen der erfolgreichen Abwehr der falschen Apostel und der verlassenen Liebe?

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(2:5) Bedenke nun, wovon du gefallen bist, und tue Buße und tue die ersten Werke! Sonst komme ich rasch über dich und werde deinen Leuchter von seiner Stelle wegstoßen, wenn du nicht Buße tust!

Hier ist die Antwort was zu tun ist, wenn die Liebe verloren geht. Es gilt zu bedenken, was man im Zuge der Auseinandersetzung verloren hat und es gilt, den alten Stand der ersten Liebe wieder zu erlangen. Was ist eigentlich die erste Liebe?

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(2:6) Aber dieses hast du, dass du die Werke der Nikolaiten hasst, die auch ich hasse.

Nikolaiten waren eine frühgnostische Sekte, die der Meinung war, dass die Freiheit in Christus auch die Freiheit zur Promiskuität (häufiger Partnerwechsel) und bewusstem Essen von Götzenopfer bedeutet. Das ist gesichert, nicht klar ist, ob diese Lehre

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(2:7) Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem will ich zu essen geben von dem Baum des Lebens, der in der Mitte des Paradieses Gottes ist.

Diese nur vom Herrn Jesus gebrauchte Redewendung »Wer ein Ohr hat, der höre...« findet sich in den sieben Sendschreiben wiederholt da, wo es um die Belohnung fürs Überwinden geht. Auch dieses Wort vom Überwinden wiederholt sich immer wieder.

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(2:8) Und dem Engel der Gemeinde von Smyrna schreibe: Das sagt der Erste und der Letzte, der tot war und lebendig geworden ist:

 

Die zweite Gemeinde die von Christus beurteilt wird, ist gänzlich anderen Charakters als die Gemeinde in Ephesus. Natürlich hat der einleitende Vers immer etwas mit der Besonderheit der Empfänger-Gemeinde zu tun. 

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(2:9) Ich kenne deine Werke und deine Drangsal und deine Armut — du bist aber reich! — und die Lästerung von denen, die sagen, sie seien Juden und sind es nicht, sondern eine Synagoge des Satans. 

Auch die Beschreibung der Gemeinde in Smyrna unterscheidet sich merklich von der ephesischen. Diese schlugen sich mit inneren Feinden herum, Apostel die keine waren und Irrlehren verbreiteten. In Smyrna aber waren es äußere Anfeindungen

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(2:10) Fürchte nichts von dem, was du erleiden wirst! Siehe, der Teufel wird etliche von euch ins Gefängnis werfen, damit ihr geprüft werdet, und ihr werdet Drangsal haben zehn Tage lang. Sei getreu bis in den Tod, so werde ich dir die Krone des Lebens geben!

Natürlich ist das zuletzt beschriebene Gemeindeleben aber keine ungetrübte Idylle, auch wenn man es in gewissen Stunden so empfinden mag. Der fehlenden inneren Auseinandersetzung

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(2:11) Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem wird kein Leid geschehen von dem zweiten Tod

Entsprechend ihrer besonderen Prüfung spricht der Geist der Gemeinde in Smyrna davon, dass der zweite Tod sie nicht erreichen wird. Was ist dieser zweite Tod?

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(2:12) Und dem Engel der Gemeinde in Pergamus schreibe: Das sagt, der das scharfe zweischneidige Schwert hat:

Die dritte Gemeinde ist Pergamus, und sie ist wieder in einer anderen Situation. 90 km nördlich von Ephesus und 25 km im Landesinneren gelegen war diese Stadt bekannt durch ihre hochwertigen Produkte: Holz, Kupfer, Silber, Gold, Pferdezucht, alles gab es in Pergamon,

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(2:13) Ich kenne deine Werke und [weiß,] wo du wohnst: da, wo der Thron des Satans ist, und dass du an meinem Namen festhältst und den Glauben an mich nicht verleugnet hast, auch in den Tagen, in denen Antipas mein treuer Zeuge war, der bei euch getötet wurde, da, wo der Satan wohnt.

Diese Stadt nun, so wie wir sie kennen gelernt haben, wird von Christus als des Satans Thron bezeichnet. Wir verstehen, diesen Kampf kann nur Christus selbst führen und er tut es.

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(2:14) Aber ich habe ein weniges gegen dich, dass du dort solche hast, die an der Lehre Bileams festhalten, der den Balak lehrte, einen Anstoß [zur Sünde] vor die Kinder Israels zu legen, so dass sie Götzenopfer aßen und Unzucht trieben

Und immer wieder zeigt es sich, dass die Anfechtung von außen auf zweierlei Weisen geschieht. Der physische Angriff ist dabei nur scheinbar der Härteste. Er schmerzt zwar mehr, aber ist weit weniger gefährlich.

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(2:15) So hast auch du solche, die an der Lehre der Nikolaiten festhalten, was ich hasse.

Wieder begegnet uns die Irrlehre der Nikolaiten, was zeigt, dass diese kein rein örtliches Problem war. Wir haben gesehen, dass es bei ihr um die Legitimierung von Unzucht und der Teilnahme an den Festgelagen der Götzendienste ging.

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(2:16) Tue Buße! Sonst komme ich rasch über dich und werde gegen sie Krieg führen mit dem Schwert meines Mundes.

Erneut erfolgt ein Aufruf zur Buße, wie schon bei den Ephesern. Bei Pergamus fehlte dieser Aufruf, da es in dieser Gemeinde keine selbstverschuldeten Missstände gab. Hier aber war nun der Ruf der normalerweise in die Welt hinausschallen sollte, damit sich Menschen zu Christus bekehren, in der Gemeinde selbst notwendig geworden.

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(2:17) Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna zu essen geben; und ich werde ihm einen weißen Stein geben und auf dem Stein geschrieben einen neuen Namen, den niemand kennt außer dem, der ihn empfängt

Und wieder heißt es hinhören, denn auch diese Gaben die Jesus den Überwindern verspricht sind im Kontext wichtig. Zwei Gaben sind es, deren Bedeutung eine für dieses Leben und die andere für das Jenseits bedeutend sind.

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(2:18) Und dem Engel der Gemeinde in Thyatira schreibe: Das sagt der Sohn Gottes, der Augen hat wie eine Feuerflamme und dessen Füße schimmerndem Erz gleichen:

Thyatira war eine Stadt ganz anderen Charakters. Man könnte sie als eine Handelsstadt an einem Verkehrsknotenpunkt bezeichnen. Kulturell tiefste Provinz, aber besiedelt von Handwerkern, die versuchten am reichen Warenangebot ihre Veredelungskünste zu entwickeln

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(2:19) Ich kenne deine Werke und deine Liebe und deinen Dienst und deinen Glauben und dein standhaftes Ausharren, und [ich weiß] dass deine letzten Werke mehr sind als die ersten

Wenn wir fragen, was vor Gott wirklich zählt, dann finden wir die Antwort im Galaterbrief. Bei den Galatern die einen hohen Anteil an Judenchristen hatten, war eine Diskussion darüber entbrannt, ob Beschneidung notwendig und wichtig sei. Paulus brachte es damals auf den Punkt indem er sagte, was bei Gott wirklich zählt:

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(2:20) Aber ich habe ein weniges gegen dich, dass du es zulässt, dass die Frau Isebel, die sich eine Prophetin nennt, meine Knechte lehrt und verführt, Unzucht zu treiben und Götzenopfer zu essen

Dies ist ein schwieriger Vers, denn er nimmt einerseits die Gemeinde in die Pflicht, indem er sagt »ich habe ein weniges gegen dich, dass du zulässt...«, er spricht also durchaus hier die Gesamtverantwortung der Gemeinde an.

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(2:21) Und ich gab ihr Zeit, Buße zu tun von ihrer Unzucht, und sie hat nicht Buße getan.

Hättest Du gedacht, dass Gott zuwartet, wenn eine falsche Prophetin ihr Unwesen treibt um ihr Raum zur Buße zu geben? Ich hätte das ehrlich gesagt nicht erwartet, bevor ich mir die Bedeutung dieses Verses bewusst gemacht habe.

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(2:22) Siehe, ich werfe sie auf ein [Kranken-]Bett und die, welche mit ihr ehebrechen, in große Drangsal, wenn sie nicht Buße tun über ihre Werke.

Soll man nun sagen: »aber auch Gottes Geduld ist einmal zu Ende«? Nein, diese ist grenzenlos, aber unsere Angelegenheiten, die wir nicht in Ordnung bringen, werden den Lauf der Geschichte des Reich Gottes nicht beeinträchtigen können.

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(2:23) Und ihre Kinder will ich mit dem Tod schlagen; und alle Gemeinden werden erkennen, dass ich es bin, der Nieren und Herzen erforscht. Und ich werde jedem einzelnen von euch geben nach seinen Werken.

Christus, der Herr der Gemeinden, lenkt also diese Gemeinden nicht nur durch Gnade und Barmherzigkeit. Obwohl, das sei betont, diese überwiegen mag, kommt auch Gericht am Hause Gottes vor.

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(2:24) Euch aber sage ich, und den übrigen in Thyatira, all denen, die diese Lehre nicht haben und die nicht die Tiefen des Satans erkannt haben, wie sie sagen: Ich will keine weitere Last auf euch legen;

Hier erhalten wir nun die Bestätigung des oben Gesagten: 1. das Gericht trifft zielgenau die richtigen und 2. es handelt sich tatsächlich um eine Irrlehre bei den Vergehen der falschen Prophetin.

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(2:25) doch was ihr habt, das haltet fest, bis ich komme!

Die meisten in der Gemeinde der Thyatirer würden also das Gericht erleben, zu ihrer Warnung, es wird sie aber nicht selbst betreffen, weil sie treu geblieben sind und

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(2:26) Und wer überwindet und meine Werke bis ans Ende bewahrt, dem werde ich Vollmacht geben über die Heidenvölker,

Am Tag bevor ich bei diesem Vers angekommen war, fand ich in einem Internetforum folgenden Eintrag auf einer christlichen Seite: »Ich, der Herr, werde euch Autorität geben

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(2:27) und er wird sie mit einem eisernen Stab weiden, wie man irdene Gefäße zerschlägt, wie auch ich es von meinem Vater empfangen habe

Ja, das erste mal ist Jesus im Geist der Sanftmut gekommen! In Jerusalem ritt er, der König ein, auf einem Esel. Ein König auf einem Esel, das sagt doch alles!

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(2:28) und ich werde ihm den Morgenstern geben.

Doch was wir jetzt schon haben, ist der helle Morgenstern. Dies ist das Zeichen des neu anbrechenden Tages, das Zeichen der Hoffnung nach einer langen gefährlichen Nachtwache.

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(2:29) Wer ein Ohr hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt!

In der Betrachtung des letzten Verses sind wir in tiefe Geheimnisse vorgedrungen. Hier nun wieder der Hinweis, wie sich uns solche Geheimnisse erschließen: durch hinhören!

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