Predigten aus dem neuen Testament

In meinen Predigten geht es immer um Zusammenhänge. Selten predige ich isoliert über einen einzelnen oder nur wenige Verse. Man kann sich mit Einzelversen Theologien zusammereimen, die nicht dem Gesamtinhalt der Heiligen Schrift entsprechen und daher falsch sind, diesen Fehler möcht ich nicht machen, weshalb Kontextanalyse für mich immer sehr wichtig war. Andererseits aber ist mir durchaus die Notwendigkeit bewusst, dem Empfänger der Botschaft nicht theologische Vollkommenheiten und Spitzfindigkeiten zu liefern, im Sinne einer immer wiederkehrenden Selbstbestägigung des eigenen Standpunktes, sondern dem Hörer (Leser) zu geben, was er braucht, um in dieser Zeit und Gesellschaft in der er lebt, sein Christ-Sein ausleben zu können. Gerade die Orientierung an den zahlreichen Bildern, die uns das Neue Testament liefert, allem voran in den Reden Jesu, macht immer wieder sehr praktisch und anschaulich deutlich, um was es in der Nachfolge Christi wirklich geht, in allen Zeiten und an allen Orten.

Glaube 2 Hebr. 11:8-22

Ich habe das letzte mal angefangen über Hebräer 11 zu sprechen. Wir haben gesehen, wie die Bibel Glaube definiert: als feste Zuversicht auf das was man hofft, und als Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht. Danach haben wir, beginnend am Anfang der Menschheitsgeschichte einige Beispiele gesehen davon, wie sich dieser Glaube im Leben der Menschen in der Vergangenheit auswirkte. Dabei haben wir gemerkt, dass es zwischen Abel, Henoch und Noh keine Gemeinsamkeiten gegeben hat, außer dass sie auf Gottes Wort achteten, von dem wir nicht einmal wissen, in welcher Form sie es empfingen, denn eine Heilige Schrift gab es ja noch nicht. Aber sie haben es empfangen, ob durch Traum, Vision, Nachdenken, Überlieferung oder wie auch immer, wir wissen es nicht. Was wir aber wissen ist, dass sie, nachdem sie zu dieser festen Glaubensüberzeugung gekommen waren, auch ihrem Glauben entsprechend lebten. Es hatte Auswirkungen auf ihr Leben und so waren sie wiederum ein Vorbild das andere erkannten. Dadurch wurden auch andere gläubig, oder sie lehten das Vorbild ab und verfielen dem Gericht Gottes.

Read more: (Hebr. 11:8-22) Glaube 2 

Die Bekehrung des Petrus

Krankheit und Leid ist eine allgemeine menschliche Erfahrung. Wenn der normale Alltag, länger als zwei Tage mit Schmerzen behaftet ist und sich kein Ende abzeichnen will, dann kommt natürlich die Frage auf, ob das wirklich so sein muss? Wer hat das nicht schon mal erlebt, selbst wenn es sich dabei um eine harmlose Erkältung handelte. Ich habe nach vielen Glaubensjahrzehnten doch immerhin gelernt, solche Dinge relativ gelassen aus Gottes Hand zu nehmen. Ich weiß noch genau, dass das am Anfang nicht so war.

Read more: Die Bekehrung des Petrus   

Die drei verschlossenen Herzenstüren (Joh. 4:5-42)

Jeder von uns ist sicher schon einmal vor einer verschlossenen Türe gestanden und konnte nicht hinein, weil er keinen Schlüssel hatte. Stell dir nun vor, du stehst vor einer Türe mit einem Schlüssel und als du aufschließt, geht die Türe trotzdem nicht auf. Du entdeckst dann ein weiteres Schloß und noch ein drittes. Es nützt dir gar nichts, daß du einen Schlüssel hast, was du brauchen würdest, wären drei Schlüssel. Es wird wohl nicht viele Türen geben, die durch ein dreifaches Schloss gesichert sind, aber wir wollen uns heute mit einem Bibeltext beschäftigen, in dem es um so eine Türe geht. Wir werden die Begegnung Jesu mit einer Frau erleben, deren Herz auf eine dreifache Weise verschlossen zu sein scheint.

Read more: Die drei verschlossenen Herzenstüren (Joh. 4:5-42)

Was Gott gefällt (die Jünger und die Schriftgelehrten)

Ich habe einmal eine E-Mail erhalten, darin stand folgendes: »…Sehr oft aber hatte ich unter Christen folgenden Eindruck: diese Gemeinschaft unter sogenannten Christen ist nicht das, von dem die Bibel berichtet. … ich meine damit, dass es mir sehr oft so vorkam wie ein Spiel mit dem Namen: wer weiß mehr – und jener ist dann der beste Christ. So ein Spiel erinnert aber an den Bibelvers: »Erkenntnis bläht auf, die Liebe aber erbaut.« Aus diesen aufgeblähten Erkenntnissen sind dann viele Streitigkeiten über die richtige Lehre entstanden und die Liebe zueinander, durch die uns die Welt erkennen sollte, war nicht vorhanden oder ist verloren gegangen. Auch ich bin nicht unschuldig in dieser Sache!« Ich meine, dass diese kritische Analyse, die ja nicht nur mit dem Finger nur auf andere zeigt, sondern sich selbst auch mit einbezieht, durchaus zutreffend ist. Es gibt diese Spielchen unter den Christen und sehr oft wird biblische Lehre dazu missbraucht.

Read more: Was Gott gefällt (die Jünger und die Schriftgelehrten)  

Taufe, Erntedank und die Nacht eines Pharisäers (Joh. 3:1-10)

Wir sind heute zusammengekommen, um Gott zu danken für das, was er uns über das ganze Jahr geschenkt hat. Es ist ein alter Brauch, dass Christen, wenn die Bauern ihre Ernte eingefahren haben, das Erntedankfest feiern. Auch wenn wir keine Bauern mehr sind und es ist kein einziger unter uns, der heuer ein Feld bestellt hat, so können wir es doch noch nachvollziehen, was es bedeutet haben mag, wenn man nach einem arbeitsreichen Jahr auf das Gelingen wartet, das nur Gott schenken kann. Wind und Wetter werden ängstlich beachtet, wird es halten? Kein Sturm, kein Hagel, aber auch keine Trockenheit? Wenn es dann endlich so weit ist, und die Ernte ist eingebracht, dann ist das wahrlich ein Grund zu feiern. Unser Leben spielt sich meistens nicht mehr in solchen saisonalen Dimensionen ab. Dennoch wissen wir, was es heißt, Angst zu haben, dass etwas passiert, das unser Leben in Unordnung geraten lässt.

Read more: Taufe, Erntedank und die Nacht eines Pharisäers (Joh. 3:1-10) 

Glaube 1 Hebr. 11:1-7

Anfang des 19. Jhdts war die Zeit großer Erweckungsbewegungen. So auch in Wuppertal im deutschen Nordrhein-Westfalen. Da gibt es eine Geschichte von einem holländischen Evangelisten, der wesentlich zum Geschehen beitrug. Sein Name war Friedrich Kohlbrügge und er war ein sehr beliebter Prediger. Allerdings wehrte er sich stets mit Kräften gegen jeglichen Kult um seine Person, oder um die Bewegung. Er sah die Gefahr, dass die Bewegung ins gefühlsbetont schwärmerische abgleiten könnte und betonte deshalb die Gnade Gottes. Jede fixe Vorstellung davon, wie sich die Menschen bekehren müssten und wie sie Gott begegnen sollten war für ihn Gesetzlichkeit. Das wurde deutlich an folgender Begebenheit:

Read more: Glaube 1 Hebr. 11:1-7

Fünf Faktoren des Gemeindewachstums (Apg. 2:37-47)

Langsam aber sicher nähern uns wieder dem Frühling ist das nicht schön? Wir werden wieder sehen, wie alles blüht und wächst, die ersten Boten sind schon da, Schneeglöckchen, Krokusse und sogar einen Goldregen haben wir schon gesehen. Nun wird uns wieder bewusst, dass wir leben und erfreuen uns daran. Es ist doch bemerkenswert, dass alles, was unser Schöpfer lebendig erschaffen hat auf Wachstum, Reife und Fruchtbarkeit angelegt ist. In der trüben zeit des Winters könnten wir das vergessen, wenn alles erstarrt und erstirbt. Doch wenn es Frühling wird, dann wird alles wieder wach, dann gibt es ein neues auferstehen und neues Wachstum das unbeirrt auf Fruchtbarkeit zustrebt. Tiere, Pflanzen und Menschen haben zum Ziel: zu wachsen sich zu vermehren und die Erde zur Ehre des Schöpfers zu füllen. So lesen wir es bereits im Schöpfungsbericht.

Read more: Fünf Faktoren des Gemeindewachstums Apg. 2:37-47

Jesus und die drei Gefährten (Luk. 5:1-11)

Michel de Montaingne, franz. Philosoph des 16. Jhdt. sagte einmal: »Ausleihen sollte man sich an andere, hingeben nur an sich selbst.« Diese für die damalige Zeit sehr revolutionäre These scheint mir heute zu einer Selbstverständlichkeit geworden zu sein. Der moderne Individualismus fordert von dir, dass du dir selbst treu bist und sonst niemanden, dass du zuerst dich selbst lieben musst, bevor du auch nur daran denken kannst andere zu lieben, dass es im Leben auf Selbstverwirklichung, mehr als auf alles andere ankommt und so weiter. Der Egotrip der Neuzeit hat seinen Höhepunkt erreicht. Doch was ist damit gewonnen? Schon Goethe hat dazu viel ehrlicher erkannt: „Es ist wohl angenehm, sich mit sich selbst zu beschäftigen, wenn es nur auch nützlich wäre.“

Read more: Jesus und die drei Gefährten

Jesus, Spielball der Mächte

April 2004: Heuer ist es doch irgendwie anders. In einer Woche ist Ostern und es scheint nicht wie sonst die Frage im Vordergrund zu stehen, ob der Osterhase seine Eier selber legt, ob er sie bei einer glücklichen Freilandhenne kauft oder en gros von einer Hühnerfarm mit Käfighaltung bezieht. Nein, es ist heuer tatsächlich die Rede von der Kreuzigung Christi. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendetwas darüber in den Medien verlautbart wird. Dies ist allerdings nicht so sehr dem gesteigerten Eifer der Christen zu verdanken, in der Osterzeit besonders aktiv zu evangelisieren, sondern einem katholischen Regisseur Mel Gibson aus den USA, der dies mit dem spektakulären Film über die Kreuzigung Jesu erreicht hat (Die Passion Christi), in dem mehr Blut fließt als in so manchem brutalen Actionfilm, der in den vergangenen Jahren die Missbilligung und Ablehnung vieler Christen erfahren hat.

Read more: Jesus, Spielball der Mächte

Die bittende Witwe (Luk. 18:1-8)

In letzter Zeit hört man viel von Anbetung. Es hat den Anschein, dass ein lange vernachlässigtes Thema wieder zu neuen Ehren gekommen ist. Aber ich denke, dass Anbetung auch in der heutigen Zeit nicht immer dem biblischen Vorbild entspricht. Sondern wie auch schon zuvor bestimmt ist von modischen Zeiterscheinungen. Zudem ist Anbetung ja nur ein Teil, wenn auch ein sehr wichtiger, des Gebetes. Wir beten Gott an, weil wir ihn bewundern und lieben. Wir könnten auch sagen er ist unser Superstar, und wenn wir uns der Gegenwart des Herrn bewusst sind, den wir lieben, dann geht es uns wie den Fans in einem Konzert ihres Idols, sie sind begeistert und singen mit. So kommt Anbetung zustande, ob mit oder ohne Musik. Aber die Mittel des Ausdrucks der Anbetung können sehr verschieden sein und sie sind auch nicht so wichtig wie manche denken. Anbetung ist ohnehin nicht etwas, was wir produzieren können und sie ist auf keinen Fall eine religiöse Pflichtübung, durch die wir Gott gefallen könnten.

Read more: Die bittende Witwe 

xmlns:og="http://ogp.me/ns#" xmlns:fb="http://www.facebook.com/2008/fbml"